Geschützt: Brad Pitt in Betongrau

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Veröffentlicht unter Uncategorized

Geschützt: Kümmelbrötchen und Kaffee

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Veröffentlicht unter Uncategorized

Unwirkliches/Unwirtliches Herz

Bild

Das Herz dieser Stadt ist gar kein Schloss, keine Prachtallee, kein Nationalgefühl-Rückversicherungsort. Was eine wunderbare Begebenheit: Das Herz dieser in sich selbst und in die eigene Unwirtlichkeit verliebten Hauptstadt ist ein großer, grüner Park! Das ist die Art von Demut, die diesem Land gut anstände: kein goldverzierter Pomp, sondern fernes Rauschen. Keine Menschenmassen-verursachenden Kulminationspunkte, sondern nur scheinbar unbestimmte Bewegungen von Spaziergängern, Joggern, Radfahrern. Einem Landschafts- und Naturbegriff der ach so deutschen Romantik ist immer noch der Vorzug zu geben vor einem historisierenden Fassadenkult – sepiafarben eingetuschten Sehnsuchtsort Preußen.

Der Tiergarten hätte es verdient, wieder ein Ort abseits von Marathon, Firmengroßevents und Stadtführer-Hot Spot zu werden, an dem die Berliner Zeit verbringen. Mitten im Herzen dieser Stadt.

Bild

Veröffentlicht unter Alltagstourismus | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

o.T. II

Deutsche Verhältnisse – Zugezogen.

Veröffentlicht unter Alltagsarchitektur, Alltagstourismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

o.T. I

Deutsche Verhältnisse – Durchschnittsmoderne.

Veröffentlicht unter Alltagsarchitektur, Alltagstourismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

The Doors

Diese Galerie enthält 9 Fotos.

Break on through to the other side…

Galerie | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

7 Ansichten aus Alt-Treptow

Alt-Treptow hat etwas von einer Insel, eingeschlossen vom Landwehrkanal, dem Neuköllner Schiffahrtskanal und der Spree. Auch wenn die Bezirksgrenzen nicht am Wasser liegen beginnt Alt-Treptow gefühlt schon beim Überqueren des Kanals. Die meisten Berliner und Berliner Touristen besuchen den Treptower Park, das Wohnviertel Alt-Treptow allerdings liegt scheinbar im Dornröschen-Schlaf. Das Viertel wurde geprägt durch seine einstige Lage vor der Stadt, seiner Funktion als Verkehrsknotenpunkt (Schiene und Wasserwege), die nicht unerhebliche Flächennutzung durch die preußische Armee, den Treptower Park und die Gewerbeausstellung von 1896 als beliebtes Ausflugsziel, die Ansiedlung einiger Industriefabriken im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie schlussendlich durch die schmerzhafte Stilllegung des Quartierslebens durch die Berliner Mauer, die quasi mitten durch die dichte Besiedelung Alt-Treptows verlief. Schon ein kleiner Spaziergang offenbart eine Menge Interessantes (wie zum Beispiel die Karl-Kunger-Straße, deren Vergangenheit als damals beliebte gründerzeitliche Einkaufsstraße immer noch lebendig ist).

Die Geyer-Werke auf der Harzer Straße entstanden 1927-1928 unter der Leitung des Architekten Otto Rudolf Salvisberg. Das Klinker-Gebäude beherbergte die „älteste Filmfabrik“ Deutschlands. Auch hier wird der oft arg strapazierte Stil-Begriff Neue Sachlichkeit angeführt. Tatsächlich kann man in Berlin eine Backstein-Sachlichkeit bei vielen Industriebauten der 1920er ausmachen. Eine Sachlichkeit, die durch den dunklen Klinker Glätte und die vielbeschworene Leichtigkeit moderner Architektur einbüßt, gerade aber im Vergleich mit Vorgänger-Stilen vor allem durch die Fenster- und Fassadengestaltung enorm modern wirkt. Ob Hitler sich über den von ihm offiziell verteufelten „Bauhaus-Stil“ geärgert hat, als er sich hier 1936 von Leni Riefenstahl erste Auszüge aus „Triumph des Willens“ zeigen ließ…?

Direkt anschließend an die unter Denkmalschutz stehende Filmfabrik steht ein typisches Bombenlückenfüller-Mietshaus aus der frühen Nachkriegszeit. So eintönig oft die Fassaden dieser reinen Wohnungsbauten sind – der Eingangsbereich wurde mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. Wenigstens eine einladende Haustür!

Die Heidelberger Straße in Alt-Treptow ist vor allem durch ihre Nachkriegsgeschichte interessant: hier führte die Mauer direkt am Bürgersteig entlang, nur die Bewohner der Häuser durften diesen überhaupt benutzen. Polizei, Feuerwehr und Notdienste mussten über die Hinterhöfe kommen, vorne rum war DDR-Grenzgebiet. Gerade in Alt-Treptow kann man sehr eindeutig anhand der Bebauung erkennen, auf welcher Seite des in den Boden eingelassenen Mauerverlaufs-Streifens man steht: auf Seiten der DDR im Bereich der ehemaligen Grenzanlagen ist auch heute noch viel Brachfläche. An der Ecke Heidelberger und Elsenstraße steht allerdings ein recht großes Backsteingebäude, welches auch zu DDR-Zeiten dort gestanden haben muss.

Die Recherche ergiebt, dass es sich hier um das Fabrikgebäude der Lampen-Fabrik Ehrich&Graetz von 1899 handelt. Hier wurden erstmals elektrische Glühlampen und etwas später auch elektrische Haushaltswaren wie Bügeleisen und vor allem Radios hergestellt. Im ersten Weltkrieg profitierte man bei Graetz durch Umstellung auf die Produktion von Rüstungsgütern und im zweiten Weltkrieg durch die billige Arbeitskraft von etwa 1100 Zwangsarbeitern. So gerade eben noch auf sozialistischem Boden wurde das Unternehmen Graetz zum Volkseigentum und hieß dann „VEB Fernmeldewerk, Berlin Treptow“. während die Graetz-Erben in der BRD weiterhin Radios produzierten. Wie die Geschichte des ehemaligen Fabrikgebäudes seither verlief, war leider noch nicht zu ermitteln. Heute beherbergt es ein Trainingszentrum des Berufsförderungswerkes Berlin-Brandenburg.

Ein ebenfalls beeindruckendes Gebäude ganz anderer Natur steht nur einige Meter entfernt in einer kleinen Seitenstraße. Die Bekenntniskirche ist auch ein Klinkerbau, imposant eingefasst zwischen „ganz normalen“ Wohnhäusern.Dieser expressionistische Kirchenbau entstand 1930-1931 unter der Leitung Curt Steinbergs. Prägend sind hier die Treppenhaustürme, die in den Glockentürmen münden, die zwei goldenen Kreuze und der nach innen verlagerte Portalbereich.Das Gegenteil eines expressionistischen, mit Bedeutung aufgeladenen, religiös repräsentativen Kirchenbaus ist ein kleines, absolut unprätentiöses und rein funktionales Ein-Familienhaus:Ebenfalls vor allem funktional ist dieses Parkhaus inmitten reiner Wohnbebauung. Sehr anschaulich wurde hier wie so oft bei Parkhäusern dem modernen Architekturprinzip „Form follows Function“ gefolgt. Der Fassade ist genau abzulesen, was hinter ihr passiert:An einem herbstlich kalten November-Sonntag wie diesem wirkt der Neuköllner Schiffahrtskanal als ob er seit seinem hundertjährigen Bestehen keine Veränderung um ihn herum wahrgenommen hat. Geschichte in Berlin steckt in jedem Stein, aber nur selten findet man Ansichten, die vor hundert Jahren (denkt man sich das Wachstum der Bäume und den altersbedingten Verfall des Zauns weg) vielleicht schon genau so anzusehen waren.Die Idee, aus den auf dem Spaziergang geschossenen Fotos sieben Motive auszuwählen, wurde inspiriert von Frau Liebes Sieben Sachen.

Veröffentlicht unter 7 Ansichten, Alltagstourismus | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Be aware, Nürnberg!

Diese Galerie enthält 16 Fotos.

Typisch für Nürnberg scheint die Durchmischung zu sein, von Altem und Neuem, Ärmeren und Reicheren. Diese Durchmischung tendiert schon zur allgegenwärtigen Durchschnittlichkeit. Man muss schon genauer hinsehen, um Interessanteres vom Langweiligeren zu unterscheiden. Das gilt bereits für die Innenstadt, die … Weiterlesen

Galerie | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

7 Ansichten aus der vermeintlichen Idylle

Das Ziel der sonntäglichen Radtour war das Jagdschloss im Grunewald. Von Neukölln aus ging es über den Tempelhof durch Friedenau und Dahlem bis zum Grunewaldsee und zurück. Durch Zufall begegneten uns gleich mehrere architektonische Highlights, die seltsam unbeachtet in der Berliner Überfülle an gebauter Sehenswürdigkeit schlummern. Dieses traumhaft hübsche Haus mit wunderschönem Vorgarten steht nicht irgendwo am Stadtrand, sondern mitten in Berlin. Vier seiner Sorte säumen die Ecken einer Straßenkreuzung im Fliegerviertel in Tempelhof. Bis vor kurzem landeten also nur wenige Meter entfernt noch die Flugzeuge auf dem Tempelhofer Feld. Die Bewohner des Fliegerviertels in ihren überwiegend reizenden kleinen Häuschen sind also wirkliche Gewinner der Flughafen-Schließung. Erst jetzt könnte man die Einfamilienhaus-Idylle der 1920er perfekt nennen. Im Namen des Zeitgeistes, in Kombination mit dem strahlend blauen Himmel und aufgelockert durch die grünen Farbtupfer kann auch der allgegenwärtige Sichtbeton entzücken.Ohne es zu merken fahren wir zufällig an den Ausläufen der Siedlung Grazer Damm vorbei. Diese ist die größte vollendete Siedlung des Nationalsozialismus. Sie wurde 1938-1940 erbaut und umfasst 2000 Wohnungen. Ein Blick auf Google Maps zeigt, dass wir den Vorarlberger Damm lieber nicht weiter geradeaus gefahren wären, sondern links auf den Grazer Damm hätten abbiegen sollen, um diese riesige „Volkswohnungs“-Anlage anzuschauen. Dieses Haus hier hat wegen der seltsam massigen Proportionen unsere Aufmerksamkeit erregt. Wir hätten es wissen können: typischer Nazi-Wohnungsbau! Friedenau ist bekannt für seine dichte, stolze Gründerzeitbebauung. Dieses prachtvolle Eckhaus mit steiler, ausladener Treppe befindet sich direkt gegenüber der Friedrich-Wilhelm-Kirche, dem Ausgangspunkt der nach dem Stadtplaner benannten, stadtraum-ordnenden Carstenn-Figur.Bei der nächsten Zufallsbegegnung wissen wir zum Glück, was wir da vor uns haben: die unglaubliche Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße, auch genannt die Schlange. Nicht nur dass es sich um einen Koloss des sozialen Wohnungsbaus aus den späten 1970ern handelt und eine recht spannende Architektur aufweist (1064 Wohnungen, 14 Geschosse, 120 verschiedene Wohnungstypen, Terrassen, Maisonettewohnungen etc), nein, das eigentlich besondere ist die vierspurige Autobahn, die durch das Gebäude führt! Die A104 schlängelt sich in einem 600m langen Tunnel in Höhe des ersten Stocks – statisch und akustisch vom Wohnungsbau getrennt (der blau-verkleidete Riegel im letzten Bild) – durch die Architektur. Aber hören tut man sie nicht, man kann es nicht einmal richtig glauben. Erst Luftbilder wie dieses machen die Ausnahmearchitektur fassbar.Endlich kommen wir im Grunewald an. Es scheint eine geheime Abmachung unter Hundebesitzern zu geben, sich Sonntags am Grunewaldsee zu treffen. Es wimmelt nur so von Hunden und Herrchen… Wir fahren einmal um den See und können das Jagdschloss „Zum grünen Walde“ ganz romantisch am See liegend durch die Bäume schon sehen. Es handelt sich hierbei um das älteste noch erhaltene Berliner Schloss. Es wurde in den Jahren 1542/1543 als Wasserschloss erbaut, jedoch mehrmals überformt. Der Wassergraben wurde schon früh zugeschüttet und der Wasserspiegel wegen des Torfstechens im Umland des Sees abgesenkt. 1891 war das bereits etwas aus der Mode gekommene Schloss Schauplatz eines Sex-Skandals in der adligen Gesellschaft. Nach einer Orgie mit 15 adligen Gästen wurden diese in der sogenannten „Kotze-Affäre“ mit Briefen erpresst und geschmäht. Seit 1932 wird das Jagdschloss auch als Museum genutzt. An diesem Sonntag ist es allerdings vor allem illustres Zentrum eine inoffiziellen, stark fregmentierten Hundetreffens. Auf dem Rückweg fällt uns in Tempelhof dieses Backsteingebäude auf, vor allem die expressionistische Dachbekrönung auf den zwei Türmen. Die spätere Recherche ergibt, dass es sich hierbei um das ehemalige Reichspostzentralamt handelt. Hier im Fernsehlabor wurde 1938 die erste drahtlose Fernseh-Versuchssendung empfangen, die vom Berliner Funkturm gesendet wurde. Damals befanden sich auf den Türmen noch Funkantennen, wie dieses historische Bild zeigt.Und was bekamen die ersten Fernsehzuschauer, 50 geladene Gäste, zu sehen? Junge Frauen in Badeanzügen. Sexismus ist also bereits seit dessen Geburtsstunde elementarer Bestandteil des Fernsehprogramms…

Die Idee, aus den auf dem Spaziergang geschossenen Fotos sieben Motive auszuwählen, wurde inspiriert von Frau Liebes Sieben Sachen.

Veröffentlicht unter 7 Ansichten, Alltagstourismus, Spuren der Geschichte | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die Stadt im Musikvideo I

Im Film ist der Blick selbstredend immer inszeniert. Umso interessanter sind die einzelnen Nuancen jeder Blick-Inszenierung.

Das gilt auch für das Genre Musikvideo, welches selbstverständlich wiederum seine eigenen Regeln aufgestellt hat. Auch unterliegt ein Musikvideo anderen Sach- und Marktzwängen als beispielsweise eine Dokumentation und auch ein Spielfilm. Im Grunde ist ein Musikvideo immer Mittel zum Zweck und filmische Mittel werden hier sehr viel funktionaler eingesetzt. Das Urbane, die Stadt und die Architektur erfüllen dabei verschiedene Funktionen: meist als reine Kulisse, oft zur durch stadtspezifische Wahrzeichen gewährleistete Verortung mit dem Abgraben assoziativer Images einer Stadt.

Eine Perspektive wird dabei überraschend selten benutzt (also über eine vereinzelte kurze Kameraeinstellung hinaus): Es ist der Blick aus einem fahrenden Wagen, einem Bus oder einem Zug. Also die spannende Verbindung von Bewegung und Blick. Es gibt viele Videos, in denen die Band/der Sänger/die Sängerin zum Beispiel in einem fahrenden Auto sitzt (z.B. Red Hot Chili Peppers „Scar Tissue“, The Cardigans „My favorite game“, Alanis Morissette „Ironic“), aber hier spielt vor allem das Autofahren als solches eine Rolle, nicht der mit dem Fahren verbundene Blick oder die durchfahrene Umgebung.

Ein Video, welches den Blick aus dem Fenster als alleiniges Stilmittel benutzt, ist das 2010 erschienene Video zu „Die Folter endet nie“ von Tocotronic. Wir haben hier einen quasi gedoppelten Blick: wir sehen ein Mädchen, wie es aus dem Wagenfenster schaut und wir sehen, was sie sieht durch das selbe Fenster. Durch diese Konstellation wird der Kamerablick automatisch mit dem des Mädchens identifiziert.

(Durch Klicken auf das Bild wird man zum Video weitergeleitet. Eine Einbettung war hier leider nicht möglich.)

Das Video „Urban Scan Detroit“ nimmt die gleiche Position ein, diente aber zur Dokumentation des Zustands der Stadt. Auch wenn der Urban Scan authentisch dokumentieren soll, stellt sich eine stark subjektive Stimmung ein, was an dem In Eins Fallen des Kamerablicks mit dem alltäglich zu erfahrenden Blick aus dem hinteren Autofenster liegt.

Eine ähnliche Perspektive – wenn auch einen völlig anderen künstlerischen Ansatz – wählt der Regisseur Michel Gondry für das Video zum Chemical Brothers Song „Star Guitar“. Auch hier haben wir den direkte Blick (also ohne Umschweife über einen Akteur, wie zum Beispiel das Mädchen im Tocotronic-Video) aus einem Zugfenster mit einem Blick auf die typischen Industriegebiete an der Bahntrasse in Großstadtnähe.

Im Video zu „Smalltown Boy“ von Bronski Beat begegnet uns wiederum der doppelte Blick. In diesem Video steht vor allem die Narration im Vordergrund. Doch die Szenen, in denen der Smalltown Boy im Zug sitzt und aus dem Fenster blickt, kehren in regelmäßigen Abständen wieder und sind quasi Brücken zwischen den einzelnen Stationen der Erzählung. Die Stimmung, die auch damit hervorgerufen wird (und im Text angelegt und ausgesprochen ist), ist ähnlich der des Tocotronic-Videos: eine melancholische, qualvolle, auf vielen Ebenen eingeengte Jugend.

Genau wie im „Smalltown Boy“-Video werden die Zugfahrt-Szenen auch bei „Never went to church“ von The Streets eingesetzt: als wiederkehrendes, überbrückendes Element. Allerdings ist die Perspektive hier etwas ver-rückt: wir blicken von außen, quasi am Zug hängend, in das Abteil hinein und auf die aus dem Fenster blickende Person (wie bei Bronski Beat der Sänger selbst). Nicht nur fällt damit der doppelte Blick weg, auch die Position der Kamera ist in dem Sinne so unnatürlich, dass eine besondere subjektive Identifizierung mit dem Kamerablick nicht stattfindet. Zugegebenermaßen wird dies im Video mehrmals wieder gut gemacht, indem Mike Skinner direkt in die Kamera schaut und singt.

Die Wahl der Perspektive des „bewegten Betrachters“ (allerdings nicht dem der Performance-Theorie) ermöglicht also eine hohe Identifikation mit dem Kamerablick. Gerade bei Musikvideos spielt die Möglichkeit zur Identifikation keine geringe Rolle. Der gedoppelte und mit dem Akteur geteilte Blick sowie der bewegte Betrachter helfen dabei. Bewegter Betrachter meint, dass der Blick des Betrachters bewegt wird, nämlich durch das Auto/den Zug, und die unbewegten Dinge – die Stadt, die Architektur – an diesem starren Blick quasi wie bewegt vorbeiziehen. Das Grundgefühl ist hier nicht wie bei rasanten Kamerafahrten, schnellen Schnitten und häufig wechselnden Einstellungen das der Bewegung, sondern vielmehr das der der Unbeweglichkeit, der alleinigen visuellen Bewegung, wie in einem Kinosessel, einem Autositz oder auf einem Zug-Sitzplatz.

Dies ist die erste Überlegung zum Thema „Stadt und Architektur im Musikvideo“. Weitere und das Thema vertiefende Überlegungen werden folgen.

Veröffentlicht unter Stadt im Musikvideo | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen